Welche Kriterien bestimmen, wer erwachsen ist? Erfolg, der Lebenswandel, das Alter oder die Fahigkeit zur Selbstkontrolle? Was erzahlen dann literarische Traume vom Kontrollentzug uber das Erwachsensein? Diese Studie vergleicht erwachsene Romanfiguren, die wieder zu Kindern werden, und greift damit ein Thema auf, das bisher in der Literaturwissenschaft wenig Resonanz gefunden hat. Mit sechs poststrukturalistisch grundierten Denkfiguren, die sich an Judith Butlers Normenverstandnis, Michel Foucaults Machtbegriff und Bernhard Waldenfels' Pladoyer fur den Kontrollverlust anlehnen, werden gangige Definitionen hinterfragt und vier Romane aus dem amerikanischen, deutschen und franzosischen Sprachraum analysiert. Zentral ist Foucaults Traumkonzeption, die das Erwachsensein als Drahtseilakt zwischen Intimitat und Sozialitat erscheinen lasst.