Mit Empathie und Prazision ist Susanne Rockel ein Meisterwerk literarischer Erinnerungsarbeit gelungen. 1968 findet in Darmstadt der "e;Callsen -Prozess"e; statt. Angeklagt sind acht SS -Manner, die 1941 am Massaker von Babyn Jar beteiligt waren. Dina Proniceva hat das Morden mit unvorstellbarem Mut u berlebt, jetzt kommt sie in das Land der Tater, um bei dem Prozess auszusagen. Am Tag der Verhandlung kreuzt die da mals 14 -jahrige Susanne Rockel das Auto, das die Zeugin zum Gericht bringt. Diese Begegnung lost ein literarisches Nachdenken u ber Widerstand, Gerechtig keit und Verleugnung aus, Jugenderinnerungen ver mengen sich mit Prozessprotokollen und eindringli chen Bildern von den Tagen, die die Zeugin aus Kiew im Nachkriegs -Deutschland verbringt. Zwischen Ro man und Memoir ist "e;Vera"e; der bewegende Versuch, sich behutsam dem Unfassbaren zu nahern.