Wie ist es, ein religioser Mensch zu sein? Um davon eine Vorstellung zu gewinnen, ist es erforderlich, nicht nur das Objektive, sondern vor allem das Subjektive menschlicher Lebenserfahrungen in den Blick zu nehmen. Das von jedem Menschen erlebte Leben bedarf keiner besonderen Begrundung; es ist das schlichte Gewahrwerden seiner selbst im Gegenwartigen. Tiefentheologie eroffnet den Zugang zu solchem Selbst-Gewahrsein aus theologischer und psychologischer Perspektive. Sie beschreibt Leben als Widerfahrnis , das es aus der Tiefe der je eigenen Existenz zu erschlieen gilt. Ist es moglich, Gott oder Gottliches als eine phanomenale Wirklichkeit, als Transzendenz in der Immanenz zu erleben und zu beschreiben?