Mit dem Aufbluhen der Stadte setzte im 12./13. Jahrhundert eine Verschriftlichungswelle in Recht und Verwaltung ein. Das Zusammenleben vieler Menschen auf engem Raum komplizierte die rechtlichen Verhaltnisse, so dass neue Regelungen getroffen und in Schriftform festgehalten werden mussten. Die vorliegende Untersuchung erforscht die Entstehung und Tradierung sprachlicher Muster anhand ausgewahlter mittelniederdeutscher Texte, wobei sie rechtswissenschaftliche und sprachwissenschaftliche Fragestellungen miteinander verknupft: Welche neuen Textsorten und Textmuster entwickelten sich? Wurde auf Vorbilder aus der lateinischen Schrifttradition zuruckgegriffen? Welche Funktion hatten die Texte im stadtischen Rechtsleben und inwieweit lasst sich daran eine Professionalisierung des Rechtswesens ablesen?