1973 entwarf der mexikanische Anthropologe Santiago Genoves ein ebenso faszinierendes wie gefahrliches psychologisches Experiment. Er wollte die Ursprunge menschlicher Aggression erforschen. Dafur wahlte er elf vollig fremde Manner und Frauen aus und setzte sie auf ein 12 Meter langes Flo namens Acali, um den Atlantik zu uberqueren. Die Presse nannte es spottisch das "e;Sex-Flo"e;, Genoves nannte es das "e;Friedens-Labor"e;. Dieses Buch dokumentiert die Chronologie eines wissenschaftlichen Kontrollverlusts. Genoves erschuf bewusst extreme Bedingungen: Es gab keinen Platz fur Privatsphare, die Frauen erhielten die Fuhrungspositionen, und das Flo durfte 101 Tage lang keinen Hafen anlaufen. Das Ziel war es, Konflikte und Aggressionen kunstlich zu provozieren. Die Analyse zeigt jedoch das uberraschende und beunruhigende Ergebnis. Die Gruppe widerstand den Provokationen des Anthropologen, was diesen fast in den Wahnsinn trieb. Genoves selbst wurde zur gro ten Gefahr fur die Besatzung und mutierte zum Diktator auf hoher See, bis die Probanden planten, ihn uber Bord zu werfen. Ergrunden Sie die Abgrunde der wissenschaftlichen Hybris. Ein brillanter Einblick in ein extremes psychologisches Kammerspiel, das mehr uber den Forscher aussagte als uber die Menschheit selbst.