Akademische Arbeit aus dem Jahr 2022 im Fachbereich Sozialwissenschaften allgemein, Note: 1,3, Universitat Erfurt, Sprache: Deutsch, Abstract: Diese Arbeit soll sich also vordergrundig damit beschaftigen, ob und inwiefern sich Joachim Bruhns Kritik an der burgerlichen Gesellschaft auf den Gesellschaftsentwurf Rousseaus anwenden lasst. Ziel ist es dabei, den rassistischen Ausschluss aus der Gesellschaft mit derselben logischen Stringenz auch aus Rousseaus Werk herauszuarbeiten. Die Erfahrungen der nationalsozialistischen Massenvernichtung der Juden, der Sinti und Roma sowie jeglicher anderer von den Nazis als "e;unwertes Leben"e; erachteten Menschen waren Kern der von den westlichen Alliierten angeleierten "e;Reeducation"e; der Deutschen. So sehr es auf der Hand liegt, dass die Entnazifizierung weiterhin unvollstandig bleibt, eines haben die Bestrebungen durchaus erreicht: Nazis furchten sich mehr denn ja davor als Nazis entlarvt zu werden. So vollziehen sich seit den 1960er Jahren innerhalb der extremen Rechten nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Landern Westeuropas, Bestrebungen zu einer Aufwertung dieses Images, welche sich unter anderemin Organisationen wie der Identitaren Bewegung niederschlagen. Dazu gehort allen voran das Aufpolieren der eigenen ideologischen Fundamente. Was hat nun aber Rousseau mit dem Selbstvermarktungsprojekt der Neuen Rechten zu tun? Durch den expliziten Bezug auf die Staatstheorie Carl Schmitts stutzen sich Vordenker der Neuen Rechten wie Alain de Benoist mittelbar auch auf zentrale Ideen der Rousseau schen Theorie, wie etwa die Annahme eines Gemeinwillens zeigt. Naturlich stelltsich im Anschluss daran die Frage, inwiefern es zulassig ist, die Theorie Rousseaus in eine Linie zu stellen mit den Weltanschauungen extrem rechter Gruppierungen. Finden sich also in den Rousseau schen Primartexten Hinweise auf die Moglichkeit, diese im Sinne rassistischer und antisemitischer Ideologien auszulegen?