Vor allem in Deutschland, aber auch in Osterreich und prominent bei Friedrich Durrenmatt in der Schweiz nehmen religiose Thematiken in der fruhen Nachkriegszeit einen breiten Raum ein, gehen dann aber innerhalb des ersten Nachkriegsjahrzehnts mehr und mehr ihrer Stellung im literarischen Feld verlustig. Die Bekenntnisliteratur der Nachkriegsjahre verlor ihre Akzeptanz, Autoren wie Heinrich Boll ubergaben ihre religiosen Fruhwerke erst gar nicht der Offentlichkeit und die Literaturgeschichtsschreibung marginalisierte dieses Segment zunehmend, bis nur wenige Namen in Randbemerkungen ubrig blieben. Die Beitrager des Bandes unternehmen es, diese Verdrangung im literarischen Kanon zu revidieren.