Studienarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Soziologie - Individuum, Gruppe, Gesellschaft, Note: 1,7, Friedrich-Schiller-Universitat Jena, Sprache: Deutsch, Abstract: Die vorliegende Arbeit behandelt die Rationalitatsfiktionen nach Uwe Schimank, welcher einen Ansatz dafur liefert, wie Menschen rationale Entscheidungen treffen, ohne sie jedes Mal kritisch hinterfragen zu mussen, und den Rational-Choice-Ansatz. Zunachst wird definiert, welche Gesellschaftsform die Grundlage fur die Theorien bildet, bevor es zu den Definitionen beider Theorien kommt. Im letzten Schritt soll es um einen Vergleich von Rationalitatsfiktionen und der Rational-Choice-Theorie gehen. Im Alltag mussen viele Entscheidungen getroffen werden - und das von jedem einzelnen Individuum. Dabei scheinen viele Entscheidungen zunachst unbedeutend zu sein, wie beispielsweise die Entscheidung, ob man zu Fu geht oder das Fahrrad nutzt, um an sein Ziel zu kommen oder ob man selbst kocht oder Essen bestellt. Andere Entscheidungen hingegen beeinflussen bemerkbar das ganze Leben, weswegen solche Entscheidungen haufig schwieriger zu fallen sind. Zum Beispiel sind die Partnerwahl und die Frage, wo man denn gerne leben mochte, gro e Faktoren, die unser Leben nachhaltig beeinflussen, wobei einem bewusst sein sollte, dass es nicht selbstverstandlich ist, dass man daruber selbst entscheiden darf. In altmodischen Gesellschaften war vieles schon gegeben: als Mann ubte man haufig den Beruf des Vaters aus, wahrend man als Frau zu Hause blieb und sich um die Kinder kummerte. Heute liegt es in einer modernen Gesellschaft in der eigenen Hand des Menschen, was er studiert und welchen Beruf er ausubt, ob er wirklich in einer monogamen Beziehung mit dem gegensatzlichen Geschlecht leben und Kinder zur Welt bringen mochte. Die Moglichkeit selbststandig Entscheidungen zu fallen gibt dem Individuum naturlich die Freiheit, sein Leben so zu gestalten, wie es das gerne machen mochte, was gesellschaftlich insgesamt als positiv bewertet wird. Da aber viele Handlungen, vor allem auch viele alltagliche Handlungen mit Entscheidungen zusammenhangen, haben sich in der Gesellschaft Muster herausgebildet, die erklaren, wie ein Mensch seine Entscheidungen trifft, die in der Gesellschaft als rational gelten und somit gesellschaftlich auch legitimiert sind.