Die Zusammenarbeit zwischen dem Philosophen Martin Heidegger und dem Theologen Rudolf Bultmann wahrend ihrer gemeinsamen Marburger Jahre (1923-1928) hat wenigstens zwei Generationen von Theologen gepragt. Inzwischen ruckte ein Theologe und Philosoph wie Ernst Troeltsch, der damals schroff kritisiert wurde, in den Mittelpunkt neuer Interessen. Von Carl Schmitt her wurde (durch die Schule von Joachim Ritter und durch Hans Blumenberg) die Auseinandersetzung um Theologie und Philosophie neu artikuliert. Die Wege von Bultmann und Heidegger werden von ihren Anfangen her aufgeschlusselt, damit uber der Zusammenarbeit nicht die unterschiedlichen Ansatze vergessen werden. Dass die Begegnung zu einer Trennung fuhren musste, wird aufgezeigt. Zur Sprache kommen auch die eigenstandigen Wege etwa von Heinrich Schlier, Ernst Kasemann, Hans Hubner. Durch japanische Schuler wie Nishitani kam Heidegger zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Ostasien. Ein Philosoph wie Leo Strau, ein Theologe wie Eugen Biser, ein Schriftsteller wie Hans Erich Nossack verweisen auf das Zusammenspiel von Literatur, Philosophie und Theologie. Am Schluss des Buches steht der Versuch, von der Philosophie her systematisch zu bestimmen, was hermeneutische Theologie sein kann.