Angesichts der heutigen weltweiten Vielfalt der Religionen und des Religiosen ist es ein Desiderat gegenwartiger Tendenzen, in der Religionsphilosophie den konkreten Religionen in ihrer Vielfalt und Unterschiedenheit gerecht zu werden. Von diesem Postulat her ergibt sich, dass eine Religionsphilosophie nur als eine Philosophie der Religionen (im Plural) angemessen ausgearbeitet werden kann.Da die gegenwartige Situation der Religionsphilosophie nicht ohne ihre historische Entwicklung zu verstehen ist, wird im vorliegenden Werk zuerst ein Uberblick uber die abendlandischen religionsphilosophischen Reflexionen gegeben, und zwar anhand der leitenden Frage, wie wichtige Positionen europaischen Denkens seit der Antike auf die Pluralitat des Religiosen einerseits und auf eine extreme (z. T. atheistische) Religionskritik andererseits geantwortet haben. Vor diesem Hintergrund werden zentrale Perspektiven aktueller Religionsphilosophie (wie die Wahrheitsfrage, interkulturelle Aspekte, religionswissenschaftliche Kontexte) angesichts der heutigen plural-religiosen und weltanschaulichen Situation (einschlielich areligioser Positionen) thematisiert.