A la Recherche du temps perdu ist ein kunstlerisch gestaltetes Universum von unvergleichlicher Groe. Vielfaltige Bewegungen durchziehen und gliedern diese Welt - nicht nur als Formen asthetischer Erfahrung, sondern auch als Modelle literarischer Hermeneutik. Die Kategorie der Bewegung ist unumganglich, um die Poetik der Recherche zu verstehen. Dies beginnt bei erzahlerischen Modellierungen von Bewegung an Schlusselstellen und fuhrt zu Erkundungen des asthetischen Potenzials verschiedener Bewegungsarten. Analysiert wird dies vor dem Hintergrund zahlreicher einschlagiger Diskurse: die moderne Kinasthetik, die Philosophie Henri Bergsons, die medizinische Theorie der Nervositat, die Theorie fotografischer Stillstellung. Ebenso wichtig sind die intertextuellen Bezuge, die von Anspielungen auf Ovid und Hans Christian Andersen bis zu generischen Referenzen auf die moderne Lyrik, die avantgardistischen Formen des Theaters und die Asthetik des Kinos reichen.