Die literaturwissenschaftliche Mediavistik verdankt moderner Emotionsforschung bedeutsame Impulse. Einen breit gefacherten emotionsspezifischen Ansatz tragt die Autorin hier an die grossen Dichter und Werke der mittelhochdeutschen Literatur, an Hartmann von Aue und das 'Nibelungenlied', an Wolfram von Eschenbach, Walther von der Vogelweide, Mechthild von Magdeburg, Meister Eckhart und andere heran. In diesen Deutungen bildmachtiger Zeugnisse hofischer, stadtischer und religioser Dichtung sowie ihrer neuzeitlichen Nachschopfungen tritt eine basale kulturelle Spannung zwischen Affekt und Affektkontrolle, Emotionalitat und Reflexivitat zu Tage.