Karl Forster, Priester, Kirchenpolitiker und Pastoraltheologe, war eine herausragende Gestalt des bundesdeutschen Katholizismus. In den 1960er Jahren trieb er an den Schnittstellen zwischen politischer Kultur und Kirche deren Offnung mageblich voran. Als Grundungsdirektor der Katholischen Akademie in Bayern zahlte er zu den Wegbereitern des Dialogs mit der SPD. In den nachkonziliaren Richtungsstreitigkeiten setzte er sich als Sekretar der Deutschen Bischofskonferenz und Mitorganisator der Wurzburger Synode fur einen Ausgleich in bildungspolitischen Fragen und fur Mitverantwortung von Laien in der Kirche ein. Als Pastoraltheologe beschritt er neue Wege in der Kirchensoziologie. Erstmals werden sein Leben und Wirken quellennah nachgezeichnet. Sein Verstandnis von einer die Demokratie starkenden Kirche wirkte richtungsweisend.