Interkulturelle Philosophie legt den historisch kontingenten und insofern mit dem partikularen Risiko der Fehlinterpretation behafteten und mithin dem Irrtum ausgesetzten Charakter einer philosophisch-historiographischen Praxis blo, die alle nicht-europaischen philosophischen Traditionen nur vom Standpunkt der europaischen Philosophie(n) aus thematisiert und das tertium comparationis ausschlielich nur bei sich selbst dingfest macht. Diese Problemlage ist besonders auch fur Logiken aufzuarbeiten. Logik ist nicht ein und fur allemal gewahlt und bleibt dann kunftig unverandert erhalten. Vielmehr ist sie selbst geschichtlich verfat: Das Denken ist nicht nur das, was uber alles, was es gibt und nicht gibt, denkt, es denkt auch insbesondere uber sich selbst. Daher verandern sich nicht nur die Inhalte, uber die gedacht wird, sondern es verandert sich auch die jeweilige geschichtliche Denkform, was fragen lat: Konnen Erforschungen der Logik(en) zu Deutungen der kulturellen Geschichte(n) beitragen und umgekehrt Erforschungen der Geschichte(n) zu Deutungen der Logik(en)?