Katholizismus und Aufklarung - das klingt nach Feuer und Wasser; und katholische Aufklarung scheint ein Ding der Unmoglichkeit. Ein erster Blick auf die Zensurtatigkeit von Indexkongregation und romischer Inquisition bestatigt dieses Vorurteil: Aufklarer und Aufklarung standen im 18. Jahrhundert im Fokus der Uberwachung des Buchmarkts - nicht nur in Rom, auch in England, dem protestantischen Deutschland und anderswo. Andererseits wirkte aufgeklartes Denken aber auch auf die Zensoren und die Zensur zuruck: Zensur kultureller Praktiken und Zensur als kulturelle Praxis sind zwei Seiten einer Medaille. Dieser differenzierte Blick wurde moglich durch die Grundlagenforschung zum 18. Jahrhundert, deren Moglichkeiten auf dem Munsteraner Symposium vom Dezember 2000, dessen Beitrage dieser Band dokumentiert, erstmals kritisch ausgelotet wurden.