Mit der Industrialisierung endeten die klassischen Hungerkrisen. Hunger blieb aber ein Problem besonders in der Arbeiterschaft. Wie gingen katholische Burger mit dieser Herausforderung um? Wie kommunizierten sie daruber? Welche Institutionen grundeten sie? Welche Gesellschaftsbilder hatten sie? Die Studie untersucht die sozialkatholischen Ordnungsdiskurse, die innerhalb des Milieus gefuhrt wurden. Sie geht von der Beobachtung aus, dass Unter- und Mangelernahrung in der Industriegesellschaft des Kaiserreichs ein brisantes Bedrohungspotential fur die herrschenden Ordnungsvorstellungen hatte. Die Studie kann zeigen, dass die katholische Diagnose zerfallender Ordnung erheblich zum inneren Zusammenhalt des Milieus beitrug. Deutlich wird dies an den verschiedenen Diskursorten, die eingehend analysiert werden: von den Katholikentagen, uber die vinzentinischen Vereine und Arbeitervereine bis hin zur Caritas.