Bislang existiert noch keine umfassende Darstellung, die das Verh ltnis von Wirtschaft und Wissenschaft auf dem aktuellen Forschungsstand f r eine Reihe von konomisch relevanten Wissenschaftsdisziplinen beleuchtet. Schon f r fr here Phasen der Industrialisierung gilt, dass wichtige Teilbereiche der Industrie wie die Dampfmaschinentechnologie ohne R ckgriffe auf wissenschaftliches Wissen wie die avancierte Mathematik oder die Einsichten der Thermodynamik kaum vorstellbar erscheinen. Seit dem Entstehen des modernen Industriekapitalismus im Verlauf des 19. Jahrhunderts wird dieser sich hier andeutende Zusammenhang zwischen wissenschaftlicher Wissensproduktion und anhaltender wirtschaftlicher Performanz meist stillschweigend vorausgesetzt. Dies gilt umso mehr f r die Zeit ab dem Ende des 19. Jahrhunderts, als im Rahmen der sogenannten "Zweiten Industriellen Revolution" unstreitig wissenschaftsbasierte Branchen wie die elektrotechnische oder die chemische Industrie zunehmend an Bedeutung gewannen: Diese Industriezweige waren entscheidend auf die Forschungsleistungen der Universit ten angewiesen. Die sich professionalisierende akademische Disziplin "Medizin" leistete auf vielfache Weise entscheidende Beitr ge, das anhaltende Wirtschaftswachstum seit der Sattelzeit zu erm glichen. Der Band richtet sich sowohl an Wirtschaftshistoriker*innen, die sich f r die wissenschaftlichen Grundlagen ihres Gegenstandes interessieren, wie auch an Wissenschaftshistoriker*innen, die die konomischen Implikationen ihrer jeweiligen Untersuchungsgegenst nde reflektieren wollen.