Der offentliche Diskurs zeichnet sich gegenwartig vielfach durch eine Verhartung der Fronten und die mangelnde Bereitschaft aus, sich auf die Gegenposition einzulassen. Diese Tendenzen lassen sich auch im okumenischen Kontext beobachten, und schnell ist hier wie dort der Fundamentalismus-Vorwurf zur Hand. Was meint dieser Vorwurf genau? Gegen wen richtet er sich? Ist Fundamentalismus nur eine polemische Etikettierung von Positionen, die nicht der eigenen entsprechen? Oder lassen sich unter dem Begriff politische und religiose Gruppierungen fassen, die eine klar erkennbare Agenda verfolgen? Diesen Fragen geht der vorliegende Sammelband nach, indem er in seinen Beitragen auf die Begriffsgeschichte und die Bedeutung von Fundamentalismus"e; in verschiedenen geographischen, konfessionellen und religiosen Kontexten reflektiert.