Die europaische Offentlichkeit wird sich zunehmend einer multiplen und diffusen Gefahrenlage bewusst. Die multilateralen Ordnungen des globalen okonomischen Wettbewerbs sind bruchig geworden, der Klimawandel und seine moglichen Folgen generieren unuberschaubare Risiken, die Handlungsfahigkeit der Europaischen Union wird durch wachsende Zweifel an ihren Grundlagen geschwacht. Die relevante Frage ist aber nicht, ob eine Fortsetzung des europaischen Einigungsprozesses wunschenswert ist, sondern welche Entscheidungen notwendig sind, was sich andern muss und welches Umdenken dies voraussetzt, damit ein sozial zusammenhaltender, wirtschaftlich gesunder und sicherer Kontinent den am Horizont erscheinenden Gefahren gewachsen und von der Zustimmung der Bevolkerung getragen einer fruchtbaren Zukunft entgegengeht. Die Beitrage in diesem Band unternehmen es, einige dafur relevante Aspekte zu untersuchen. Die diagnostizierten Probleme und entwickelten Argumente beanspruchen ungeachtet der Covid-19 Pandemie Geltung und Beachtung.