Die jungst publizierten Schwarzen Hefte Heideggers und auch der Neufund des Heftes von 1945/46 machen deutlich: Heidegger entwickelt hier eine Theorie der Globalisierung. Diese fuhrt er nicht auf eine judische Weltverschworung zuruck - da ware nur eine Machenschaft auf eine andere reduziert -, sondern auf die abendlandische Kulturgeschichte selbst. Insbesondere der neuzeitliche Siegeszug des rechnenden Denkens habe eine Geschichte des Herrschaftsdenkens und des Expansionismus in Gang gesetzt. Darin sieht Heidegger ab 1934 das Dritte Reich wie auch den Bolschewismus und den Kolonialismus Englands und der USA involviert. Heidegger setzt dem entfesselten Herrschaftsdenken auch nach dem Zweiten Weltkrieg - ihrer Vernutzung der Erde und Verrechnung der Welt -, die Lehre vom andren Anfang der Geschichte entgegen: Eine Kulturpraxis der Schonung und Nachhaltigkeit.