Wir wissen von nichts als dem Augenblick. Sein immer neues Aufgehen ist unsere einzig unverlierbare Erfahrung. In ihr prasentiert sich das Ganze der Wirklichkeit in ihrem Mit- und Fureinander wie eine Naturgestalt oder ein Kunstwerk. Auch dort sind Material und Sinn, Erscheinen und inneres Erleben ineinander verschrankt. Der Kunstler und Philosoph Johannes Oberthur relativiert unsere Vorstellung einer Welt in zeitlicher Abfolge. Dagegen entwirft er eine an der Kunst orientierte Phanomenologie des voraussetzungslosen Erscheinens jenseits von Kausalitat und Dualismus. Fur Oberthur ist Realitat keine Sequenz von Ereignissen, sondern ein Sich-Ereignen ohne Grund und so letztlich Geheimnis -: das Urphanomen der Lichtung von Welt.