Emporeneinbauten im Kirchenbau hat es seit der Zeit der Griechen in vielen Landern in den verschiedensten Varianten immer wieder gegeben. Die Grunde dafur waren unterschiedlichster Natur. Im ausgehenden Mittelalter, der Epoche der Spatgotik, lat sich in Deutschland eine neue Blute des Emporenbaus feststellen. Nicht nur neu errichtete Sakralbauten wurden mit diesem architektonischen Element ausgestattet, auch alteren Kirchen wurden nachtraglich Emporen eingebaut. Kamen die Emporen bis dahin zumeist nur an einer oder zwei Langhausseiten vor, oder handelte es sich bei ihnen um balkonartige Logen von geringen Ausmaen, so haben wir es nun mit Emporenanlagen zu tun, die um das gesamte Langhaus, manchmal sogar bis in den Chor hinein, herumgefuhrt sind. Hierbei stellt sich die Frage, wie diese Entwicklung zu erklaren ist. Handelt es sich (wie in romanischer Zeit) um ein konstruktives Hilfsmittel oder waren die Emporen zur Benutzung gedacht? Dienten sie kultischen Zwecken, zur Raumgewinnung oder gaben gestalterische Grunde, wie etwa die Wandgliederung, fur ihre Errichtung den Ausschlag? Waren sie bestimmten Personen vorbehalten und wenn ja, welchen?Der verstrkte Emporenbau im Deutschland des ausgehenden Mittelalters ist eine Tatsache, die von der Literatur in der Regel zwar zur Kenntnis genommen wird, deren Ursprnge und Entwicklung jedoch leider selten nher untersucht wurden. Anhand von elf Beispielen aus Bayern, Sachsen und dem Erzgebirge untersucht die Autorin Baugeschichte, Funktion und Ausstattung der Emporen und zeigt, da sich die vermehrte Entstehung von Umgangsemporen im ausgehenden Mittelalter aus verschiedenen formalen und inhaltlichen Zusammenhngen herleitet. Diss. Frankfurt/M. 1999.