Die Studie widmet sich der Bildwelt in Walter Benjamins Aufzeichnungen zu Franz Kafka, deren ratselhafte Bilder als Schlussel zu seiner Kafka-Lekture verstanden werden. Zentrales Motiv dieser Lekture ist die Hoffnung, die Benjamin im Unfertigen und Ungeschickten"e; der Figuren Kafkas verwahrt sieht. Das Buch geht diesem Motiv nach, indem es die Zusammenhange zwischen sprachlichen und materiellen Bildern in den Fokus ruckt. Die von Benjamin zur Deutung Kafkas herangezogenen Portratbildnisse, Stummfilme, asiatischen und expressionistischen Gemalde werden eingehend untersucht. So gelingt der Nachweis, dass im Zentrum von Benjamins bildhaftem, vermeintlich esoterischem Kafka-Studium die Suche nach befreienden Momenten steht. Hundert Jahre nach Kafkas Tod und neunzig Jahre nach dem Erscheinen von Benjamins Kafka-Essay leistet Lees Studie damit einen wichtigen Beitrag zum Nachleben der Kafka-Texte Benjamins.