Wolfgang Hilbigs Beziehung zur Romantik ist facettenreich - der vorliegende Band geht anlasslich des 10. Todestages des Autors unterschiedlichen Spuren nach, die ihn mit der Zeit um 1800 ins Gesprach bringen. Auch wenn die Einflusse der symbolistischen und klassischen Moderne pragend gewesen sein mogen - ohne den Bezug zur Romantik lasst sich das Werk Hilbigs nur schwer verstehen. Noch vor der Rehabilitation romantischer Schreibweisen in der DDR-Literatur der 1970er Jahre und in seiner Radikalitat einzigartig entdeckt Hilbig Autoren wie E.T.A. Hoffmann und Novalis fur sich und anverwandelt deren Stimmen in seiner Lyrik und Prosa. Im Ergebnis spiegelt Hilbigs hier erstmalig ausfuhrlich diskutierte Geisteshaltung und Lebensform der Asozialitat die identitatsskeptische und gesellschaftskritische Attitude der Romantiker um 1800 in den deutsch-deutschen Abenteuern des spaten 20. Jahrhunderts: grotesk, sprachbewusst und bildversessen.