Der Stabreim - eine versubergreifende und dadurch strukturbildende Alliteration - ist das pragende Merkmal der altesten germanischen Dichtung. Im deutschsprachigen Raum wurde er allerdings schon fruh durch den Endreim verdrangt, sodass diese Ausgabe die wenigen althochdeutschen Stabreimdichtungen (9.-11. Jh.) im Verbund prasentieren kann: das beruhmte Hildebrandslied, das Muspilli, De poeta, die Merseburger Zauberspruche, Pro nessia, Ad signandum domum contra diabolum, Hirsch und Hinde sowie einige verstreute Stabreimzeilen aus den St. Galler Sprichwortern und der St. Galler Schularbeit. Aussprache- und Erschliessungshilfen gewahrleisten eine eigenstandige Erarbeitung, deren Absicherung durch Musterubersetzungen im Anhang ermoglicht wird. Eine ausfuhrliche Einfuhrung in die Stabreimtechnik macht die Ausgabe schliesslich auch als Ubungsbuch zum Stabreim nutzbar.