Studienarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft, Note: 1,3, Christian-Albrechts-Universitat Kiel (Orientalistik), Veranstaltung: Hauptseminar Yusuf al-Qaradawi, Sprache: Deutsch, Abstract: Fur diese Arbeit ist neben den Positionen des klassisch islamischen Rechts zum grundlegenden Verstandnis der Untersuchungsgegenstande insbesondere die Perspektive des sunnitischen Gelehrten Yusuf al-Qaradawi von Bedeutung. Anhand seiner Haltung gegenuber der Legitimitat von Selbstmordoperationen in Palastina soll eingebettet in die klassisch islamrechtlichen Auffassungen die Frage beantwortet werden, welche Rolle die Konzepte von dar al-islam und dar al-harb im gihad der Verteidigung Palastinas spielen. Umfassend werden hierzu vorerst einige Aspekte des Rechtsverstandnisses al-Qara?awis dargestellt, um moglichst eine Annaherung an dessen Spielraume und Auslegungsinstrumente zu finden, bevor sowohl klassische Konzeptionen sunnitischer Tradition als auch al-Qara?awis Interpretation der islamischen Rechtsquellen zum internationalen Recht und gihad untersucht werden. Auf dieser Grundlage findet schlie lich eine Diskussion von al-Qara?awis Legitimierungsstrategie anti-israelischer Selbstmordoperationen im Kontext seiner Feindbilder und der Einordnung Israels nach internationalem islamischem Recht statt. Die wissenschaftliche Forschung zum Thema gihad in der praktischen Anwendung durch islamistische Gruppierungen und Terrororganisationen ist stark sozialwissenschaftlich gepragt. Ziel ist, moglichst deutlich werden zu lassen, auf welche Positionen und (historische) Grundlagen sich insbesondere die Interpretations- und damit auch die Handlungsweise al-Qara?awis in diesem Kontext stutzt. Hauptsachlich liegt hier Yusuf al-Qara?awis Werk Fiqh al-Gihad zugrunde, welches von anderen relevanten Autoren in ihren wissenschaftlichen Arbeiten untersucht wurde und auf diese Weise fur diese Analyse zuganglich ist.