Johanna Schellhagen hat jahrzehntelang uberall auf der Welt Klimaproteste und gro angelegte Streiks filmisch begleitet und immer wieder festgestellt: Letztlich scheitern all diese Initiativen am System - dem Verbund von kapitalistischem Wachstumszwang und einer Politik, die sich diesem letztlich andienen muss. Wer eine Wende zum Besseren fur Mensch und Erde will, kommt deshalb nicht umhin, die Machtfrage zu stellen. Heit: Machtverhaltnisse neu zu ordnen und politische Ablaufe zu demokratisieren. An zahlreichen ermutigenden Beispielen zeigt Schellhagen, wie das aussehen kann, was wir selbst tun konnen und was ein Protest braucht, um zu einer langfristigen Umwalzung zu werden. Dabei gibt sie Menschen eine Stimme, die nicht nur ihre eigene Situation verbessert haben, sondern ihre Produktion umorganisiert und Profit, klassische Lohnarbeit und Warenform uberwunden haben: in selbstorganisierten Belegschaften, Genossenschaften, Kooperativen und betriebsubergreifenden Solidarisierungen. Text fur Vorschau: Johanna Schellhagen macht seit funfundzwanzig Jahren Filme uber soziale Bewegungen, Streiks, Klassenkampfe und die Klimabewegung. Dabei hat sie gemerkt, dass wir mehr tun mussen, als an den Staat zu appellieren, um uns eine Zukunft auf diesem Planeten zu sichern. Es fehlt nicht an Menschen, die bereit sind, sich zu engagieren und zu kampfen. Was fehlt, ist eine uberzeugende Strategie, die uns vereint und in die Lage versetzt, den Kapitalismus hinter uns zu lassen. In ihrem Buch entwirft die Autorin skizzenhaft, wie der Ubergang in eine vernunftige Gesellschaft aussehen konnte eine Gesellschaft, die nicht mehr an dem Ast sagt, auf dem sie sitzt. Schellhagen zeigt: Eine nachhaltige Produktionsweise innerhalb der planetaren Grenzen ist absolut moglich. Die entscheidende Frage ist, wie wir genugend materielle Macht aufbauen konnen, um sie durchzusetzen.