Wie kann eine kollektive Identitat der europaischen Burger/innen geschaffen werden? Mit dieser Frage befassen sich Geschichts- und Filmwissenschaftler anhand der in den 1950er und 1960er Jahren produzierten Werbefilme fur Europa.Der europaische Integrationsprozess wurde von Beginn an von einer breit angelegten, politisch motivierten und gesteuerten Offentlichkeitsarbeit begleitet. Ziel war es, die europaischen Burger uber die neu geschaffenen Institutionen zu informieren und ihre Identifikation mit dem Projekt Europa zu erreichen. Aufgrund seiner hohen Suggestivkraft spielte der Film dabei eine zentrale Rolle. Mit den von transatlantischen, supranationalen und nationalen Akteuren produzierten Werbefilmen wurde seit dem Ende der 1940er Jahre eine groangelegte mediale Mobilisierung der europaischen Burger in Gang gesetzt. Mit welchen Bildern versucht wurde, Europa als gemeinsamen Erfahrungs- und Identifikationsraum zu konstituieren und ein europaisches Wir-Gefuhl zu erzeugen, wird anhand dieser erstmals umfassend recherchierten Europafilme untersucht.