Obwohl die Quellen fur die fruhe Kanonbildung der Buddhisten sparlich flieen, ist das uberlieferte Material hinreichend, um wenigstens eine schattenhafte Vorstellung von der Entstehung des Tipitaka zu gewinnen. Daher wird erstmals der Versuch unternommen, die weit verstreuten Nachrichten zu sammeln und ein in sich geschlossenes und stimmiges Bild von der fruhesten Textgestaltung zu entwerfen. Grundlage sind die im Anhang zu den buddhistischen Rechtsschriften (Vinaya) der Theravadin erhaltenen Konzilsberichte und der fur diese Fragestellung beinahe vollstandig vernachlassigte Dipavamsa, die fruhe Ordensgeschichte aus Ceylon, neben den Einleitungen zu Kanonkommentaren. Es lasst sich zeigen, dass ein erster Versuch einer Textsammlung noch zu Lebzeiten des Buddha erfolgte. Der nachste Schritt ist die Herausbildung der Liste der neun, spater zwolf Angas. Die Bedeutung einiger unklarer Begriffe in dieser Liste wird eingehend untersucht und geklart. Mit der Textsammlung auf dem ersten Konzil werden diese Angas als Gliederungsprinzip aufgegeben und in einem ganz anderen Ansatz das Tipi?aka geschaffen. Besonders in die Entwicklung seines funften Teiles, des Khuddakanikaya, konnen ganz neue Einblicke gewonnen werden. Die einschlagigen Quellentexten aus den Kanonkommentaren und ausfuhrliche Indices schlie en die Abhandlung ab.