Studienarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Philosophie - Praktische (Ethik, Asthetik, Kultur, Natur, Recht, ...), Note: 1,3, Universitat Augsburg (Philosophisch-Sozialwissenschaftliche Fakultat), Veranstaltung: Hauptseminar: Das Schone und das Erhabene als Lebensform, Sprache: Deutsch, Abstract: In der Hausarbeit wird Jean-Francois Lyotards' Analyse des Erhabenen erortert und in einen historischen Kontext gestellt. Von den Konzeptionen Pseudo-Dionysius Areopagitas uber Kant bis Lyotard wird die Entwicklung dieser asthetischen Kategorie nachvollzogen und untersucht, wie sich in ihr einschlagige Erfahrungen des jeweiligen philosophischen Zeitgeistes niederschlagen. Das Erhabene, so wie es im Zuge der Postmoderne erneut Einzug in die philosophische Asthetik erhalt, ist im Wesentlichen eine Erfindung und Erfahrung des 18. Jahrhunderts, in deren Auseinandersetzung sich zwei Themen finden, die bestimmend waren fur diese Zeit. Zum einen bezieht eine philosophische Analyse des Erhabenen die Introspektion der eigenen psychischen Vorgange und Affektstrome mit ein. Zum anderen beruhrt sich das Gefuhl des Erhabenen spatestens seit Kant mit der philosophischen Affirmation moralischer Freiheit. Die Erkundung beider Themen fuhrte dann jedoch mehr zutage, als man sich zu Beginn vielleicht erhofft hatte. Am Grunde der psychischen Wirkung fand man die amoralische Natur des Gefuhls und die auf moralische Freiheit abzweckende Kritik der Aufklarung erkannte in philosophischen Stromungen des ausgehenden 20. Jahrhunderts ihre eigenen Grenzen. Innerhalb dieser Ambivalenz, zwischen einem Aufschwung hoher Geistesstimmung und dem Zuruckschrecken vor den eigenen ungeahnten Abgrunden, formulieren sich die philosophischen Theorien des Erhabenen.