Haben Sie heute schon einen Blick in die Zeitung geworfen, ferngesehen oder Nachrichten im Radio gehort? Wollen Sie wissen, was sie dort erwartet? Nichts als Gewalt, Gewalt und nochmals Gewalt. Und wer hat Schuld - die Eltern, die Lehrer, die Killerspiele', das Jugendamt, die Politik, die Gesellschaft? Wer auch immer Schuld hat, tagtglich mssen wir Gewalt, Hass und Elend in irgendeiner Form miterleben. Unser Leben ist geprgt davon, ebenso die Literatur. Ein Grund sich einmal intensiver mit diesem Problem zu befassen. Wir alle glauben zu wissen, was Gewalt ist und doch handelt es sich hierbei um einen beraus komplexen und vielfltigen Begriff, der in diesem Buch genauer analysiert werden soll. Dabei interessiert sich diese Untersuchung ganz besonders fr die Gewalt VON Frauen. Anhand vier ausgewhlter Werke wird die Darstellung weiblicher Gewalt in der Literatur intensiver untersucht. Bei den ausgewhlten Werken handelt es sich um: Betrogener Frontalbo, den Johann Gorgias ca. 1670 unter dem Pseudonym Veriphantor verffentlichte. Mit seinen beraus brutalen Gewaltdarstellungen, besonders von Frauen verbt, bot sich dieser ohnehin fast in Vergessenheit geratene Roman perfekt fr diese Studie an. Fr das 18. Jahrhundert stand Therese Hubers Die Familie Seldorf (1795/96) zur Verfgung, weil in diesem Werk die Geschichte einer ursprnglich liebevollen Frau geschildert wird, die durch viele Schicksalsschlge schlielich sogar als Soldatin verkleidet in der Franzsischen Revolution kmpft. Es wird untersucht, wie aus diesem unschuldigen Mdchen eine kriegerische Hauptmnnin werden konnte. Theodor Fontane hat mit seiner Grete Minde - Nach einer altmrkischen Chronik von 1879/80 einen interessanten Charakter erschaffen, an dem beispielhaft verfolgt werden kann, welche Umstnde und Taten eine junge Frau zu einer Brandstifterin werden lassen. Das letzte Werk ist Ingrid Nolls Kriminalroman Die Apothekerin (1994). Dieses Buch wurde fr diese Untersuchung aus zweierlei Grnden gewhlt: Zum einen bietet sich das Genre des Kriminalromans perfekt fr eine Untersuchung von Gewaltdarstellungen an. Zum anderen gibt es wohl kaum eine bessere deutsche Kriminalautorin des 20. Jahrhunderts, die sich auf so faszinierende, humorvolle und ausgiebige Weise mit der Darstellung weiblicher Gewalt befasst. Die Fragestellungen des Buches sind: Wie kommt es zu Gewalt und was kann man dagegen tun? Sind Frauen berhaupt gewaltttig und wenn ja, wie uert sich dies? Was unterscheidet weibliche von mnnlicher Gewalt?Es ist erstaunlich, wie viele weibliche Tter und mnnliche Opfer es in Wirklichkeit gibt und warum diese Tatsache in der heutigen Gesellschaft immer noch verdrngt wird. Die Autorin dieses Buches hat sich bewusst fr das Thema Gewalt von Frauen' entschieden, da das Thema bisher im Vergleich zum Thema Gewalt gegen Frauen' in der Forschung zu kurz gekommen ist.