Um 1900 changieren Zukunftsvisionen zwischen Euphorie und Pessimismus. Wie stellt sich das in so unterschiedlich entwickelten Landern wie Deutschland, Osterreich und Russland dar?In allen drei Landern nehmen um 1900 literarische wie philosophische Zukunftsentwurfe eine exponierte Stellung ein. Der massive Veranderungsdruck der industriellen Revolution provoziert vielfaltige Versuche, gegenwartige Entwicklungstendenzen auf die Zukunft zu projizieren. Gebrochen wird dies durch die innere Dialektik der Moderne, jenen Druck entweder als neuen Gestaltungsfreiraum euphorisch zu begruen oder aber als Bedrohung abzuwehren. Mit narrativen Zukunftsentwurfen steht die Frage im Mittelpunkt, wie das noch nicht Vorhandene sprachlich-asthetisch bewaltigt werden kann.