Die Beitrage des vorliegenden Bandes vereint ein zentrales Anliegen: der Wunsch nach einer neuen normativen Ordnung. Im Fokus steht dabei die kritische Auseinandersetzung mit dem zentralen Instrument zeitgenossischer sozialer Ordnungen, dem liberalen Recht. Es wird der Frage nachgegangen, ob eine neue normative Ordnung auf Alternativen im bestehenden Recht aufbauen kann oder ob sie sich bewusst als Alternative zum gegenwartigen Recht positionieren muss. Die Beitrage bieten vielfaltige Antworten, die sich jeweils mit spezifischen Aspekten des Rechts und seiner Kritik befassen: seinem hierarchisierenden Subjektivierungsregime, seiner tragischen Gewalt, seiner bereichsspezifischen Unfahigkeit zur Konfliktbeilegung. Dazu werden weitere Anschlussfragen aufgeworfen: Kann das liberale Recht (erneut) uber sich hinauswachsen oder bleibt es notwendigerweise hinter seinem revolutionaren Anspruch an radikaler Gleichheit zuruck? Hat das Recht noch das Potenzial zur Befreiung, oder hat es sich unrettbar in den Mechanismen der Repression verfangen? Nicht zuletzt wird eine grundlegende Uberlegung angestellt, ob eine neue Form benotigt wird, um unsere sozialen Beziehungen zu ordnen.