Trance ist ein zentrales, zugleich jedoch theoretisch unscharf gefasstes Phanomen. Wahrend psychotherapeutische Gesprache in der Gesprachsanalyse seit Langem untersucht werden, blieben hypnotherapeutische Sitzungen bislang weitgehend unbeachtet. Diese Arbeit schliet diese Forschungslucke. Auf Grundlage von 18 hypnotherapeutischen Sitzungen, die sowohl Sitzungen mit formaler Tranceinduktion umfassen als auch korperorientierte Arbeiten aus dem hypnosystemischen Bereich und der prozess- und embodimentfokussierten Psychologie (PEP ), untersucht "e;Trancephanomene in Interaktion"e; erstmals aus gesprachsanalytischer Perspektive, wie Trance sprachlich und interaktional hervorgebracht wird. Mithilfe der Konversationsanalyse und der Interaktionalen Linguistik werden kommunikative Verfahren rekonstruiert, die mit trancephanomenologischen Beobachtungen einhergehen und fur therapeutische Interaktionen funktional sind. Die Ergebnisse legen nahe, Trance nicht als isolierten Zustand, sondern als dynamischen Prozess zu verstehen. Die Studie eroffnet damit neue Perspektiven auf (hypno-)therapeutische Praxis sowie auf die Verbindung von Gesprachsanalyse und Systemtheorie.