Essay aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Philosophie - Praktische (Ethik, Asthetik, Kultur, Natur, Recht, ...), Note: 1,3, Rheinisch-Westfalische Technische Hochschule Aachen (Theologisches Institut), Veranstaltung: Seminar, Sprache: Deutsch, Abstract: Was bedeutet Tierethik? Tierethik grundet sich auf diversen philosophischen Positionen, die miteinander nicht kongruent sind. Wahrend in der Antike Pytagoras den Menschen den Vorzug vor dem Tier einraumte, und Platon das Tier wegen fehlender Vernunft von allem ausschloss, definierte Aristoteles Tiere als lebende, nicht rechtfahige Werkzeuge des Menschen. Jahrhunderte spater, im Mittelalter, war diese Position unverandert. Und auch mit dem Aufkommen von Humanismus und Aufklarung in der Neuzeit veranderte sich diese Position nicht. Im Gegenteil: die Position des Menschen wurde aufgewertet bei gleichzeitiger Abwertung der Position der Tiere. Und Descartes, der den Tieren zwar Schmerz- und Empfindungsfahigkeit zugestand, behielt diese Position insofern bei, als er den Tieren, im Gegensatz zu den Menschen, eine sterbliche Seele zuschrieb, derentwegen ein Seelenkonzept in Bezug auf Tiere theoretisch uberflussig erschien mit der Folge der Betrachtung der Tiere weiterhin als Werkzeuge des Menschen und damit verbundener grausamer Vivisektionen z.B. an Hunden. Selbst Kant hat in seiner Philosophie eingeraumt, dass Menschen gegenuber Tieren indirekte Pflichten hatten, das aber auch nur aufgrund einer Possessivitat, denn wer ein Tier, dass Besitztum eines Menschen ist schadige, schadige das Besitztum des Menschen. Dies begrundete er mit der Wurde als alleinigem Besitztum des Menschen, die einem Tier nicht innewohne.