Die in der Antike entstandene Gattung der Bildbeschreibung (gr. Ekphrasis) und eines der meistbesprochenen Werke der Kunstgeschichte, Diego Velazquez' 'Las Meninas', treffen aufeinander. Das Ergebnis ist eine luzide Studie zum spannungsvollen Verhaltnis von Bild, Sprache, Theater und Macht in der Zeit des barocken Absolutismus. Das Theater der Bildbeschreibung bietet von seinen rhetorischen Anfangen bis zur gegenwartigen Aporie nicht nur einen Einblick in herrschaftliche Machtstrukturen. Es eroffnet auch die Frage nach dem subversiven Potenzial der sich befreienden Kunste selbst. Bemerkenswert ist, wie dabei zusehends der Kunstler und seine Kunst den Souveran von seinem angestammten Platz zu verdrangen beginnen.