Anno Domini 1554, Rheydt, Herzogtum Julich-BergDer Wind wehte kalt uber die Felder von Rheydt, trug den Geruch feuchter Erde und modriger Graben mit sich. Zwischen kahlen Weiden und dunklen Waldstreifen erhob sich, wenig stolz, eine befestigte Hofanlage aus Holz und Stein die alte Burg Rheydt. Ein Bollwerk gegen Uberfalle, kaum mehr als ein befestigter Gutshof. Ihr Anblick schien der adeligen Familie Bylandt nicht mehr angemessen. Otto von Bylandt, ein Mann von kaum funfundzwanzig Jahren, mit leichtem grauem Haar an den Schlafen und scharfem Blick, trat aus dem Torhaus. Neben ihm schritt sein jungerer Bruder Lambert, ein Geistlicher, Domherr in Koln, klug, ehrgeizig und gefahrlich, wie mancher munkelte.