Fur das Verstandnis von Hans Henny Jahnns Trilogie Flu ohne Ufer ist das Gilgamesch-Epos von groer Bedeutung. Diese Feststellung wurde zwar schon mehrfach gemacht, jedoch fehlte bislang eine systematische Analyse der intertextuellen Beziehungen. Diese Studie versucht eine solche Analyse mittels der von Broich und Pfister erarbeiteten Kriterien zu leisten. Die direkten Zitate aus dem Epos und die strukturellen Parallelen zwischen beiden Texten verweisen auf die Struktur der Klage um den verstorbenen Freund und die Unausweichlichkeit des Todes. Motiviert scheint die intertextuelle Bezugnahme von der Hoffnung des Erzahlers, durch das Erkennen von Parallelen zum Gilgamesch-Epos den als zufallig empfundenen Verlauf des eigenen Lebens in ein personliches Schicksal umdeuten zu konnen.