Religion spielte in Rom in vielen Zusammenhangen eine Rolle. Die 'Einbettung' von Religion in verschiedene, beispielsweise soziale, politische, okonomische oder kulturelle Kontexte wurde in den letzten Jahren aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Perspektiven beleuchtet; alltagliches und vor allem beilaufiges Argumentieren mit Religiosem wurde bislang jedoch nur am Rande untersucht. Die vorliegende Untersuchung ist eine Fallstudie und befa t sich mit der Ersten Catilinarischen Rede Ciceros. Die Studie gibt Aufschlu daruber, welche sprachliche Basis die Argumentation mit Religiosem in dieser Rede hat, sie untersucht die Beweggrunde, die Cicero dazu gefuhrt haben, in seiner Argumentation auf Religion Bezug zu nehmen, sie fragt nach dem Inhalt und nach dem Stellenwert der religiosen Argumente. Daruber hinaus tragt diese Studie zur Untersuchung so unterschiedlicher Fragen bei wie der nach dem Stil der politischen Auseinandersetzung oder der nach dem Grad und der Art und Weise der Verwurzelung von Religion in Politik und Gesellschaft der spaten romischen Republik. Schlie lich leistet sie einen Beitrag zum Verstandnis der Ersten Catilinarischen Rede selbst.