Zu den groen Ratseln der Philosophie des Geistes, ja der Philosophie uberhaupt, gehort die folgende Frage: Wie lasst sich der qualitative oder phanomenale Charakter bewusster Erlebnisse beschreiben, erklaren oder verstehen? Wie lasst sich beispielsweise erklaren, wie es ist, eine Rose zu riechen? Einerseits erscheint angesichts der Erfolgsgeschichte der modernen Naturwissenschaften die Annahme plausibel, dass sich letztlich alles physikalisch erklaren lasst, auch bewusste Erlebnisse. Bei dieser Annahme handelt es sich um die physikalistische Intuition, die in der analytischen Philosophie des Geistes die Hauptmotivation der gegenwartig dominierenden Position darstellt: der Position des Physikalismus. Andererseits stellt der nur subjektiv erfassbare qualitative Charakter bewusster Erlebnisse das Kernproblem fur eine physikalische Erklarung des Bewusstseins dar: Wie sollte das Erlebnis von Rosenduft physikalisch erklarbar sein? Dabei handelt es sich um die antiphysikalistische Intuition, auf deren Grundlage in den letzten Jahren verschiedene Argumente gegen den Physikalismus vorgebracht worden sind. Indem in der vorliegenden Studie diesen beiden, zumindest auf den ersten Blick unvereinbar erscheinenden Intuitionen ausfuhrlich und vorbehaltlos Rechnung getragen wird - sie stellen sowohl den Ausgangspunkt als auch den argumentativen Rahmen der Studie dar -, wird untersucht, wie sich der qualitative Charakter bewusster Erlebnisse im Rahmen einer Theorie des Bewusstseins fassen lasst.