Roma caput mundi - Ursprung des Romischen Reiches, Zentrum der romischen Weltkirche, Hauptstadt des Faschismus. In Rom materialisiert sich das von Konsens und Konkurrenz gleichermaen gepragte Verhaltnis von politischen und religiosen Weltdeutungen.Die Spuren imperialer Hegemonie und kriegerischer Macht haben sich in Rom ebenso eingeschrieben wie der universale Geltungsanspruch religioser Ordnung. Auf dieser Basis rechtfertigte der faschistische Romanita-Kult der 1930er Jahre eine religios-politische Heilsvision, die ein doch nur scheinbar einvernehmliches Miteinander des Faschismus mit dem Katholizismus beschwor. Am Beispiel der Mostra Augustea della Romanita untersucht die Autorin die religiosen Pragungen des Faschismus und die faschistischen Deutungen des Katholizismus. Mit einem soziologischen Instrumentarium pladiert sie fur eine differenzierte Analyse von innerweltlichen Sakralisierungsmechanismen in Bezug auf Religionen und geht dabei weit uber die diplomatischen Beziehungen zwischen Kirche und Staat hinaus.