In Fernando Pessoas modernistischem Hauptwerk in Prosa, seinem Buch der Unruhe wird die Unruhe zum wichtigsten Zug dieses fragmentarischen Schreibens. Das Unternehmen der Fragmente lasst sich darin zusammenfassen, dass sie die Unruhe als Inbegriff des Literarischen lesbar machen.Die vorliegende Studie nimmt die Passivitat und Unruhe fur das Schreiben Pessoas in den Blick, das sich hierin in ein komplexes Verhaltnis zur literarischen und philosophischen Tradition (Augustinus, Montaigne und besonders Pascal) setzt und zugleich auf poststrukturalistische Theorien des Schreibens (Barthes, Blanchot) weist. Mit der Befragung einer Poetik der Unruhe geht die Studie der Frage nach, inwiefern sich die moderne Literatur als etwas fassen liee, das gerade auch als Kritik der Philosophie ein Denken vollzieht, das allein an diesem Ort des Schreibens, namlich nur in seinem poetischen Vollzug der Passivitat erfolgen kann: Die Studie behauptet fur dieses Schreiben eine hierfur eingebrachte Pathopoiesis , eine poetische Hervorbringung also von pathos als Bedingung wie Erfahrung literarischen Schreibens.