Mit ihren hochgradig formalisierten Theoriekonstrukten hat sich die Okonomik bislang erfolgreich als science in Abgrenzung zu den humanities positionieren konnen. Mittlerweile sind die Frontstellungen aber in Auflosung geraten, einerseits durch die Krisen des okonomischen Systems und ihre Folgen, andererseits ermoglicht die inter- wie transdisziplinare Ausrichtung der Kulturwissenschaften auch eine Revision des Verhaltnisses zu anderen Wissenschaftskulturen. Vor diesem Hintergrund liegt ein Schwerpunkt dieses Buchs auf den narrativen und medialen Dimensionen des okonomischen Handelns, insofern die Produktion von Fiktionen zu den gangigen Verfahren der Kontingenzbeherrschung gehort. Fur die Okonomik wiederum kann die Reflexion auf diese Entstehungsbedingungen und Vermittlungsprozesse ihres Spezialwissens eine breitere Auffacherung ihrer Referenzwissenschaften bedeuten.