Gegenuber den Hauptredaktionen A, B und C standen die Mischredaktionen D, I und d stets im Abseits. Da die betreffenden Handschriften sowohl Elemente der not- wie auch der liet-Fassung in sich vereinen, wurden sie allenfalls als Zulieferer von Lesarten fur die kritischen Ausgaben nach A, B und C wahrgenommen. Erst die Einsicht in die Unmoglichkeit einer verbindlichen Stemmagliederung der Handschriften hat die eingehendere Befassung mit diesen Nebenredaktionen beflugelt und die Stimmen nach eigenen Ausgaben laut werden lassen. Redaktion D ist mit sieben Textzeugen den weitgehend vollstandigen Handschriften D und b sowie den Fragmenten N, P, S, V und AA gut uberliefert. Trotz der generellen Ubereinstimmungen zwischen den Handschriften ist eine Ausgabe nach einer Leithandschrift nicht zielfuhrend. Vielmehr erfordern D und b eine Paralleledition, da sie im Detail immer wieder eigene Wege gehen und ein Grundtext *D daher nicht rekonstruierbar ist. Mit dieser synoptischen Ausgabe nach D und b soll die redaktionelle Erfassung des Nibelungenlieds vorangetrieben werden.