Examensarbeit aus dem Jahr 2020 im Fachbereich Theaterwissenschaft, Tanz, , Veranstaltung: Theaterpadagogik, Sprache: Deutsch, Abstract: Ein Forschungsfeld eroffnet sich und die Frage, ob man mit Mut, Phantasie und Theaterspiel den sozialen und okologischen Krisen unserer Zeit beikommen kann, wird gestellt. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, werden im zweiten Kapitel zwei verschiedene Weltsichten und deren Genese erlautert. Die mechanistische Sichtweise begreift die Welt als Uhrwerk. Die sich daraus fur den Menschen ergebende Weltbeziehung ist eine auf Trennung, Beherrschung und Manipulation ausgerichtete. Die andere Sichtweise begreift die Welt als Organismus und bezieht sich auf selbige durch Verbundenheit und Empathie. In Kapitel drei wird das "e;Theater zum Leben"e; (orig. Theatre for Living) des kanadischen Theatermachers David Diamond vorgestellt und als moglicher Ansatz fur theaterpadagogisches Handeln im Dienst eines sozialen und okologischen Wandels hin zu mehr Verbundenheit und Gemeinschaft untersucht. Beim Theater zum Leben handelt es sich um eine Weiterentwicklung von Augusto Boals "e;Theater der Unterdruckten"e; unter Berucksichtigung systemtheoretischer Erkenntnisse des Soziologen Niklas Luhmann. Die Moglichkeiten des Statuentheaters und des Forumtheaters kommen bei strukturellen und sozialen Problemen zum Einsatz, um einen empathischen Dialog im Gemeinwesen zu fordern. Die bei der Anwendung dieser Methoden gemachten Erfahrungen von David Diamond und deren Auswirkung auf die Entstehung seines personlichen Ansatzes des "e;Theater zum Leben"e; werden in diesem Kapitel ebenso angerissen wie die Rolle der Workshopleitung, notwendige Organisation und Offentlichkeitsarbeit fur solche sozialen Theaterprojekte. In der Zusammenfassung werden Phantasie, Empathie und der Mut, sich gemeinsam ins Ungewisse zu begeben, als Hauptqualitaten eines "e;Theater zum Leben"e;-Prozesses identifiziert und somit der Bogen zuruck zur unendlichen Geschichte geschlagen. Im abschlie enden Fazit wird auf Aspekte von sozialer Nachhaltigkeit und Bewusstseinswandel, Theater als Forschungsraum zum Ausprobieren von Utopien, Vertrauensbildung in Gruppenprozessen, mogliche regionale Kooperationspartner und Desiderata im Bereich der non-formalen Bildung fur nachhaltige Entwicklung eingegangen.