Wie wird aus militarischer Ausbildung ein Instrument politischer Herrschaft? Und wie tief reicht die ideologische Pragung, wenn Soldaten nicht nur kampfen, sondern glauben sollen? Dieses Buch untersucht die militarische Ausbildung im "e;Dritten Reich"e; als zentralen Ort der Formung von Identitat, Loyalitat und Weltanschauung. Anhand von Schulungsheften, Dienstvorschriften, Reden, Ausbildungsprogrammen und zeitgenossischen Quellen zeigt Johannes Falkenberg, wie Disziplin, Gehorsam und soldatische Mannlichkeitsbilder systematisch mit nationalsozialistischer Ideologie verknupft wurden. Die Wehrmacht erscheint dabei nicht nur als militarische Organisation, sondern als politisch eingebettete Institution, deren Professionalitat in den Dienst eines weltanschaulich radikalisierten Krieges gestellt wurde. Zugleich ordnet das Buch die deutsche Entwicklung in internationale Kontexte ein und analysiert die Nachwirkungen nach 1945 von der juristischen Aufarbeitung bis zur demokratischen Neugrundung der Bundeswehr. Eine fundierte, differenzierte und zugleich gut lesbare Studie uber die Macht der Ausbildung, die Rolle von Sprache und Symbolik und die Gefahren politischer Indoktrination in Streitkraften.