Liturgie ist Gesprach, Kommunikation zwischen Gott und den Menschen, und sie ist zugleich mehr als das: Jeder Gottesdienst bringt normative Aspekte ins Spiel, die uber Gott und die Menschen sowie uber deren Beziehungen zueinander etwas festhalten, das jedem Gesprach vorausliegt. Auf der Basis der seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil erneuerten Israeltheologie der christlichen Kirchen wird untersucht, wie sich an spezifischen Merkmalen liturgischen Betens und liturgischer Verkundigung des Wortes Gottes fundamentale Gemeinsamkeiten und spezifische Differenzen zwischen judischem und christlichem Glauben zeigen. Aus den gewonnenen Erkenntnissen werden Schlusse fur die zukunftige Entwicklung christlicher Liturgie sowie fur den christlich-judischen Dialog gezogen. Gegen aktuelle restaurative Tendenzen eroffnet diese Studie den Weg zu einer vertieften christlich-judischen Partnerschaft aus und in ihren je eigenen gottesdienstlichen Traditionen. Der Autor: PD Dr. Peter Ebenbauer, geb. 1966, Studium der Katholischen Theologie in Graz und Munchen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut fur Liturgiewissenschaft, Christliche Kunst und Hymnologie der Katholisch-Theologischen Fakultat in Graz, Privatdozent fur Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultat in Bonn, Lehrbeauftragter fur das Fach Liturgik am Institut fur Kirchenmusik und Orgel der Kunstuniversitat Graz.