Die Studie ist innerhalb der Literaturdidaktik im Schnittbereich von Lese-, Biographie- und Bildungsforschung angesiedelt und befasst sich mit der Entwicklung individueller Werthaltungen gegenuber dem Lesen.Die Dynamik von lesebezogenen Deutungsmustern wird anhand eines echten Langsschnittes vom Beginn des Leistungskurses Deutsch bis zum Studienanfang rekonstruiert. Hierzu werden narrative Interviews mit acht Informant*innen mittels der sozialwissenschaftlichen Hermeneutik analysiert und kontrastiert.Ersichtlich wird die Veranderbarkeit von Deutungsmustern in einer pragenden biographischen Ubergangsphase sowie die zunehmende Trennung von privaten und institutionellen Lesewerthaltungen. Zudem scheint die Schule keinen dauerhaft pragenden Einfluss auf lesebezogene Werthaltungen zu haben.