Kunst und Wissenschaft scheinen einander auszuschlieen: Dort kollektive Erkenntnisproduktion, exakte Methoden und prinzipiengesteuerte Forschung, hier Interventionen, experimentelle Aktionen und singulare Werke. Wissenschaft, die asthetisch argumentiert oder ihre Diskurse nach kunstlerischen Verfahren organisiert, disqualifiziert sich ebenso wie Kunst, die wissenschaftlich operiert. Erst seit dem 19. Jahrhundert treten beide aber in Konkurrenz zueinander und scheinen mit Intuition und Rationalitat getrennte Kulturen zu verkorpern. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wird diese Trennung von medienanalytischen Wissenschaftsdiskursen in Frage gestellt, um dann mit dem Aufkommen der Computergrafik, dem Einsatz digitaler Medien, aber auch dank einer erhohten Selbstreflexivitat der Wissenschaftsdiskurse ab Mitte des 20. Jahrhunderts zur gelaufigen Erscheinung zu werden.