Der Band bietet einen Einblick in fruhneuzeitliche Kulturen des Urteilens und deren Darstellung. In der Fruhen Neuzeit wurde das Urteil zu einem ideengeschichtlichen Schlusselbegriff. Angesichts der Aufwertung, die das iudicium als unverauerliches Vermogen des Individuums in dieser Zeit erfahrt, werden exemplarisch fruhneuzeitliche Kontexte, Strategien, Praktiken und Theorien des Urteilens untersucht. Aus der Sicht unterschiedlicher Disziplinen werden dabei u.a. Texte von Giordano Bruno, Giorgio Vasari, Filippo Baldinucci, Pietro Testa, Galileo Galilei, Baltasar Gracian, Calderon de la Barca, Andreas Gryphius, Johann Christian Hallmann und Giulio Solimani sowie Bittschriften und Traktate uber Geburtshilfe beleuchtet. Geurteilt wird in diesen Texten uber Kosmologie, uber Kunst und Literatur, uber politische Belange, uber Ubergriffe im Kontext von Sklaverei oder auch uber Entscheidungen im Zuge der Arbeit von Hebammen.